Klaus Barbie

Begegnung mit dem Bösen
Auf Basis der Recherchen von Peter F. Müller
Nach originalen Selbstzeugnissen und Interviews
1H

Der Prozess gegen Klaus Barbie, den «Schlächter von Lyon», erregte 1987 weltweit Aufsehen. Hier stand ein NS-Täter vor Gericht, der nicht die geringste Reue zeigte, sondern sein Handeln kaltschnäuzig rechtfertigte. Verantwortlich war Barbie, der als Gestapo-Chef im berüchtigten Hotel Terminus u. a. gegen die französische Résistance vorging, für grausame Massaker, Deportationen, Morde und Folterungen. 1951 floh er nach Südamerika und half dort als eingefleischter Antikommunist CIA und BND bei der Partisanenabwehr, sehr wahrscheinlich sogar bei der Jagd auf Che Guevara. Trotz des frühen Protests jüdischer Aktivisten wurde er erst 1983 von der bolivianischen Polizei festgesetzt und nach Frankreich ausgeliefert.
Leonhard Koppelmann hat seinen Barbie-Monolog ganz aus O-Tönen und basierend auf Recherchen des Journalisten Peter F. Müller montiert: «Weniger ein Doku-Spiel mit erhobenem Zeigefinger denn ein packendes Theatererlebnis … Unerwartet drastisch fällt das Wechselbad der Gefühle aus, das Koppelmann dem Zuschauer zumutet … (Er) zeigt, wie aus einem unauffälligen, durchschnittlichen Menschen ein Verbrecher werden kann.» (Westdeutsche Zeitung)
«Die Uraufführung überzeugt gerade wegen ihrer ‹Neutralität›. Aus ihr heraus erwächst das Bild eines Mannes, dessen scheinbare Normalität viel erschreckender ist als der Gedanke an einen ‹Henker›. » (Rhein-Neckar-Zeitung)
«Eine dramatische Aufforderung zur Aneignung abstoßender Geschichte.» (WAZ)

Leonhard Koppelmann

Leonhard Koppelmann

Leonhard Koppelmann, 1970 geboren, studierte in Hamburg Regie und inszeniert u. a. am Thalia Theater Hamburg, Staatsschauspiel Dresden und am Schauspielhaus Zürich. Darüber hinaus zählt er seit Mitte der 1990er Jahre zu den renommiertesten H...

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U: 13.02.2016 Düsseldorfer Schauspielhaus (Regie: Leonhard Koppelmann)